Spendenkonten in Japan und Deutschland

 

Nach den schrecklichen Naturkatastrophen am 11. März 2011 braucht Japan unsere Hilfe. Japan ist ein reiches Land – aber es ist auch nicht im Ansatz reich genug um die Folgen dieser Katastrophen bewältigen zu können. Das Land und die Menschen stehen vor einem unüberwindbaren Trümmerhaufen.

Wir ALLE können helfen! Bitte belassen Sie es nicht bei Mitgefühl und Anteilnahme. Jede Spende wird helfen.

Eine Vielzahl von Spendenkonten finden Sie in der Rubrik “Spendenkonten”.

Japanische Evangelische Gemeinde Köln/Bonn e.V. für das Krankenhaus Ishinomaki
Kontoinhaber: Japanische Evangelische Gemeinde Köln/Bonn e.V.
Kontonummer: 998 154 434
Name der Bank: Postbank Essen
Bankleitzahl: 360 100 43
Stichwort: Tsunami in Japan
> Für eine Spendenbescheinigung bitte Namen und Anschrift angeben.

Malteser in Deutschland für das Kinderheim Fujinosono
Kontoinhaber: Malteser Hilfsdienst
Kontonummer: 120 120 120
Name der Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl:  370 205 00
Stichwort: Kinderheim Ichinoseki
>Bitte unbedingt das Stichwort nennen. Spendenquittung auf Anfrage.

 

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr haben wir genau in diesem Moment verzweifelt und voll Angst die sofortige Rückreise meiner Schwester organisiert. Es gab keine Flüge mehr, keine Kooperation, keine Ansprechpartner. Währenddessen hat sie in Japan Besorgungen für die Familie in Japan gemacht, ist immer wieder losgegangen um Wasser und Dosenessen zu kaufen.

 

Wir haben es irgendwie geschafft einen schier unbezahlbaren Platz in der Luxusklasse zu buchen und meine Schwester ist nur mit Handgepäck ins Taxi gestiegen. Mehr konnte sie nicht mitnehmen, denn sie musste damit rechnen einen weiten Weg zu Fuß zu laufen wenn die Erdbeben stärker würden. Und so kam es auch, sie mußte mit ihrem Gepäck zwischen stehenden Autos den Highway zum Flughafen laufen. Dort angekommen hieß es, es fliegt nichts mehr… Doch am nächsten Tag hielten wir uns in den Armen.

 

Nun ist sie seit 2 Monaten wieder in Tokyo und ich habe soeben meinen ersten Japanflug nach der Katastrophe gebucht.

 

Wir werden nie vergessen was war, aber wir haben keine Angst mehr. Wir verbinden Japan wieder mit Freude und nicht mit Sorgen. Das gibt uns Hoffnung.

 


Viel Glück an das japanische Frauenfussball Team

Es mag nur Sport sein – und um ehrlich zu sein war Frauenfussball auch nicht der präsenteste Sport vor dieser WM – doch es geht um mehr für die Japnerinnen als Tore und Siege. Es geht um Hoffnung und Ermutigung. Sie haben sich ein hohes Ziel gesetzt: Gewinnen für die Opfer und die Überlebenden der verheerenden Katastrophe.

Ein Sieg wäre natürlich wünschenswert – dieses Team hat für uns und für viele Menschen weltweit jedoch bereits gewonnen, egal wie das heutige Spiel ausgehen mag. In solch schweren Zeiten (einige Spielerinnen kommen aus Fukushima) mit so viel Freude, Leichtigkeit und freundschaftlichen Gefühlen zu spielen ist bewundernswert. Nadeshiko – viel Glück und vielen Dank.

 

Worüber man schweigt

Den Menschen geht es schlecht. Sie sind hoffnungslos. Was in den deutschen Medien nicht veröffentlicht wird aber in Japan bekannt ist: die Menschen sterben weiter. Nicht an Krankheit, nicht an Verletzungen – sie haben keinen Lebensmut mehr. Bekannt sind derzeit laut Yomiuri 77 Menschen die ohne erkennbaren Grund einfach aufgehört haben zu leben.

Noch schlimmer wird die Selbstmordrate erwartet. Es wird immer eine Dunkelziffer bleiben, aber in Japan rechnet man mit einer enorm hohen Rate derer, die sich das Leben nehmen werden. Auch nach dem Erdbeben in Kobe 1995 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Selbstmordrate in Japan. Es sind so viele die nicht mit den Erinnerungen leben können, die alles verloren haben, deren gesamte Familie getötet worden ist, die keine Zukunft mehr sehen oder die Angst vor den Folgen der Atomkatastrophe haben.

Naoko Sugimoto, die Vorsteherin der nationalen Suizid-Präventionsstelle Japans, befürchtet, dass diesen tragischen Fällen weitere folgen werden. “Ich habe mit diesen Menschen ebenso Mitleid wie mit jenen, die im Tsunami umgekommen sind”, sagte sie in einem Interview mit der Los Angeles Times. “Doch sie starben nicht im Tsunami, sondern nachher. Sie haben sich das Leben genommen. Man fragt sich, was hätten wir tun können?”

 

 

Spiegel: “Wo kleine Kinder Strahlen messen”

Auf Spiegel-Online ist gestern ein Artikel “Wo kleine Kinder Strahlen messen” veröffentlicht worden. Er befasst sich mit dem Katastrophengebiet fast vier Monate nach dem Erdbeben. Es wird über die Menschen berichtet – und nicht die Atomkraftwerke.

Allein der erste Satz des Artikels lässt einen verstummen: “Sie bilden jetzt eine Dorfverwaltung ohne Dorf.”. Es ist schwer vorzustellen, dass ganze Dörfer einfach verschwunden sind oder nicht mehr betretbar sind.

Ein direkter Foto-Vergleich zeigt was bisher in den Katastrophengebieten geschehen ist. Wir kennen viele Menschen die als freiwillige Helfer vor Ort waren und angepackt haben. Die Trümmerberge erschienen ihnen und den Anwohnern unüberwindbar und dennoch haben sie weitergemacht. Mit kleinen und doch sichtbaren Erfolgen.

 

Vielen Dank von hilf-japan

Unser tägliches Informations-Projekt endet heute – 2 Monate nach dem verheerenden Erdbeben.

hilf-japan.de bleibt weiterhin aktiv – es gibt noch sehr lange sehr viel zu tun. Wir haben seit Beginn unseres kleinen Hilfs-Projektes ganz neue Menschen und Gruppen kennengelernt, die Hilfs-Aktionen für Japan gestartet haben aus Deutschland sowie aus Japan. Mit ihnen tauschen wir uns auch weiterhin aus und versuchen etwas zu bewegen.

Vielen Dank für die zahlreiche Unterstützung und den positiven Zuspruch !

 

Stimmen aus Japan – Teil 4: Der Umgang der deutschen Medien mit der Katastrophe

Die Art der Berichterstattung der deutschen Medien

Es gibt, berechtigte, Kritik an der Art und Weise wie die deutschen Medien “die Japaner”, die “japanische Mentalität”  im Umgang mit der Katastrophe beschrieben haben.

Anfangs hiess es, die Japaner wären “bewundernswert gefasst”, bald danach aber wurden sie als “gefühlskalt” und “desinteressiert” tituliert.

Die Spitze des Zynismus’ war jenes Offert und Vergleichbares: “Hübsches Strandhaus am Gardasee für Flüchtlingsfamilie aus Japan anzubieten”. Und natürlich all die hysterischen Berichte über die “Notlage in Deutschland”,  die “heranwehende nukleare Wolke” und “verseuchtes Sushi in Neukölln”.

Einen höheren Stellenwert bekommen sollten diejenigen Berichte, die die Erfolge der Hilfeleistungen hervorheben, und Berichte über das Eintreffen von Spenden in den betroffenen Regionen, sodass die Menschen in Deutschland weiterhin ermutigt werden, Geld zu Spenden.

Daniel Yamada-Klotz
April 2011
Tokyo, Japan

 

Stimmen aus Japan – Teil 3: Der Umgang mit dieser Situation

Der Umgang mit dieser Situation

Meine ausländischen Freunde sind teilweise, nachdem sie Japan vorerst verlassen haben wieder zurückgekehrt. Manche sind nicht zurückgekehrt und werden es auch nicht, da sie weiterhin Angst haben.

Ich habe grosses Glück zu denjenigen zu gehören, die im unmittelbaren Freundes- und Bekanntenkreis niemanden persönlich kennen, die direkt von der Katastrophe stark betroffen oder gar getötet worden sind. Das bedeutet aber nicht, dass man von den Schicksalen der betroffenen Menschen nicht tangiert wird. Man muss nur hier oder da zuhören, ins Gespräch kommen, und erhält viele traurige Geschichten von Unbekannten, Taxifahrern, Geschäftsleuten, Menschen auf der Strasse, die sehr wohl persönlich stark betroffen sind. Weiterlesen »

Stimmen aus Japan – Teil 2: Einen Monat nach dem Erdbeben

Das Leben In Tokio – einen Monat nach dem Erdbeben

Tokio ist ruhiger, langsamer und weniger beleuchtet, als es vorher war. Die Menschen schienen aus Pietätsgründen auch weniger auszugehen, weniger miteinander zu feiern. Kaum jemanden war es nach Karaoke zumute. Mittlerweile (heute ist der 23. April) aber sieht man doch immer mehr Menschen in den Restaurants und in den Karaoke-Bars.

Durch die Stromsparmassnahmen sind viele Rolltreppen in den Bahnhöfen nicht in Betrieb, in den Zügen selbst wird auch an der Beleuchtung gespart, sodass man die Zeitung oder das Buch für gewisse Zeit zur Seite legen muss wegen der Dunkelheit.

Noch immer fahren die Züge nicht in der gewohnten Frequenz. Auch in den Geschäften werden nur die Hälfte der vorhandenen Beleuchtungskörper verwendet.

Im Fernsehen laufen ununterbrochen Kampagnen mit der Aufforderung, sich aktiv am Stromsparen zu beteiligen. Weiterlesen »

Stimmen aus Japan – Teil 1: Der Tag des Erdbebens

Der gebürtige Österreicher Daniel Yamada-Klotz, 37 Jahre alt, berichtet für hilf-japan.de über die Situation in Japan.

Er hat an der Humboldt Universität Berlin Japanologie studiert und lebt seit September 2009 in Tokio.

Kurz nach dem Erdbeben reiste Daniel Yamada-Klotz nach Berlin, um hier  unter Anderem an verschiedenen Benefiz-Veranstaltungen mitzuwirken. Seit dem 27. März ist er wieder in Japan.

Der Tag des Erdbebens

Am Freitag, den 11. März 2011, war ich zuhause. Nachmittags sass ich in meinem Zimmer am Boden und las. Um 14.44 Uhr begann es heftig zu beben, so dass ich sicherheitshalber das Fenster aufmachte. Da das Beben länger als gehofft andauerte, trat ich auf den ebenerdigen Balkon hinaus und sprang dann über die Mauer auf die Strasse. Es beruhigte sich ein wenig und ich betrat wieder meine Wohnung. Kurze Zeit später ein weiteres, heftiges Beben. Ich sprang abermals auf die Strasse, und diesmal waren auch einige Nachbarn zu sehen, die ebenfalls ihre Wohnungen verliessen, teilweise hatten sie Kleinkinder in Tüchern eingewickelt in den Arme  gehalten. Sie waren ruhig,  gebückt und blickten ängstlich dem Himmel entgegen.

Ich hatte schon einige Erdbeben erlebt, manchmal wacht man davon mitten in der Nacht auf, doch dieses Mal wusste man, das war etwas Besonderes. Weiterlesen »

Die Courage eines Einzelnen gibt vielen Hoffnung

Toshiso Kosako der offizielle Atomberater des japanischen Minister- präsidenten hat am 30. April seinen Rücktritt erklärt. Die Regierung bräche nach seiner Ansicht geltendes Recht.

Es ist für Japan eine unbeschreibliche politische Handlung. Denn meist bleiben die Politiker in Japan so lange wie es irgend geht auf ihren Posten. Kosako hatte die Courage das auszusprechen was viele Japaner bereits vermutet hatten. Seine Entscheidung gibt Hoffnung.

 

“Das Kabinett habe seinen Rat zum Umgang mit der Krise von Fukushima ignoriert. Und weil niemand auf ihn höre, habe es “keinen Sinn, dass ich auf meinem Posten bleibe”, sagte Kosako. So sei der von der Regierung eingeführte Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr für die Strahlenbelastung von Schülern in der Nähe von Fukushima inakzeptabel. “Ich kann das als Wissenschaftler nicht zulassen”, sagte Kosako.” Quelle: Spiegel

Der Artikel “Tränen der Wut” zum Thema ist auf Spiegel online zu lesen.

 

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